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#11 Eine klitzekleine Fantasie ...

Aktualisiert: 10. Jan. 2022


Hallo, da bin ich wieder! Seid Ihr noch da? Ich schreibe nur noch selten Artikel. Ich komme gar nicht mehr dazu. Denn: In jeder freien Minute, Sekunde, Millisekunde - immer und ständig schreibe ich an meinem Buch. Immer, wenn es mir neben all den anderen Aufgaben (meine Arbeit, die Kinder, der Haushalt) und meinem Schlafbedürfnis :-) möglich ist. Immer, wenn ich nicht schreiben kann, habe ich solche Sehnsucht nach dem Buch. Nach dem Schreiben. Es ist verrückt!


Die Storyline ist schon fertig. Die Geschichte steht. Immer wieder verbessere ich aber die Szenen, ändere Formulierung oder lasse Marli doch noch etwas anderes erleben. Manchmal fällt mir auch noch ein neuer Witz ein. Der muss dann natürlich auch noch rein. Logisch!


Es ist unglaublich wie ich jetzt schreibe. Also im Vergleich zu damals, als ich mit dem Schreiben angefangen habe. Wie ich es zum Beispiel nun schaffe, Dinge zu beschreiben. Ich hätte niemals gedacht, dass ich ein Buch schreiben könnte. Wie hätte ich mir auch so etwas vorstellen können? Niemand, der oder die ich kenne schreibt ein Buch. Niemand aus meiner Familie hat jemals ein Buch geschrieben. Also nicht, das ich wüsste. Wieso also sollte ich ein Buch schreiben können. Ohne irgendwelche Vorkenntnisse oder irgendeinen Plan?


An dieser Stelle wäre ich damals spätestens ausgestiegen. An dieser Stelle steigen wohl die meisten Menschen spätestens aus. Schütteln einmal belustig mit dem Kopf. Darüber, welche Gedanken sie bloß manchmal haben und machen weiter. Mit dem, was sie immer tun.

Es ist wohl eine Nebenwirkung des Erwachens, dass ich nicht ausgestiegen bin. Das ich da nicht nur eine Idee hatte, die ich dann im nächsten Moment als verrückt abgetan habe. Sondern ich den Ruf meines Herzens hören konnte, und - ihm gefolgt bin. Dem gefolgt bin, was tief aus meinem Inneren heraus kommt. Von dem kommt, was ich wirklich bin. Was mich ausmacht. Ungetrübt von dem, was wie sein soll. Was sein darf und was nicht. Was ich kann und was nicht.


Nun, jetzt bin ich eine Autorin. Ob mein Buch nun veröffentlicht wird oder nicht. Ob ein Verlag es gut findet oder nicht. Ich habe ein Buch geschrieben. Und ich habe dabei eine wundervolle und wirkliche glückliche Zeit gehabt. Ich habe so oft Gänsehaut bekommen, die Zeit vergessen, bin lächelnd aufgewacht und lächelnd eingeschlafen. Wenn das Buch nicht verlegt wird, dann hat es mir trotzdem so viel Glück gebracht. Ich bin dankbar für die Zeit!


Natürlich wäre es richtig cool, wenn ich irgendwann das Buch einem Verlag vorstellen würde und man zu mir sagen würde: "Oh wie toll das Manuskript ist! Das drucken wir auf jeden Fall! Das wird ein Erfolg!" Und dann würden es Menschen kaufen und sich verzaubern lassen. Zumindest aber hoffentlich über den ein oder anderen Witz lachen und vielleicht ein klitzekleines Tränchen vergießen. Klar, das wäre natürlich richtig cool! Vielleicht passiert das ja auch. Ich habe da ein gutes Gefühl. Genau wie damals, als ich angefangen habe, das Buch zu schreiben. ;-)


In dem Sinne, hier eine weitere Szene. Kontext: Marli ist auf Geschäftsreise. Natürlich wie immer mit all ihren Fantasien im Gepäck. Have fun!


... Ohne ein Wort zu sagen, kommt er auf mich zu und nimmt meine Hand. Er zieht mich an sich und wir küssen uns leidenschaftlich. Küssend quetschen wir uns an der netten alten Dame vorbei. Nichts anderes mehr wahrnehmend als uns, unsere Leidenschaft und … unsere Liebe. Schneller als wir gucken können, landen wir auf dem frisch bezogenen nach Blumen duftenden Gästebett. Er schließt mich fest in seine Arme. Wir gucken uns tief in die Augen. In dem Moment wissen wir es. Nichts wird uns jemals mehr voneinander trennen!

Marli? Jemand zuhause? Was? Oh, ich stand noch immer da und starrte das Bed an Breakfast an. Ich hatte mich wohl ein wenig verträumt. Verwirrt guckte ich mich um. War das Taxi schon weg? Der Platz hinter mir war leer. Oh Mist, ich hatte gar nicht mitbekommen, wie es los gefahren war. Ich hatte mich ja gar nicht von dem Fahrer verabschiedet! Wie unhöflich. Gut, stellte ich fest. Das ist jetzt auch nicht mehr zu ändern. Ich … ähm, gehe jetzt mal rein. Mmh. Ich hielt noch einmal inne. Die Eingangstür bewegt sich nicht, oder? Nein. Tut sie nicht. Alles klar. Ich winkte ab. Natürlich nicht. Ich musste über mich selber lachen. Dann schielte ich zur Ecke rüber. Auch nichts. Ich höre auch keine sich nähernde Schritte auf dem Kies. Oder? Ich lauschte. Nein. Auch natürlich nicht. Du spinnst doch! Auch die Luft duftet natürlich nicht nach Blumen! Oder … doch? Nein! Meine Güte! Ich schüttelte den Kopf. Ich war aber auch manchmal bescheuert!

Obwohl. Grundsätzlich ist es ja gut, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ich meine, nehmen wir mal an, die Fantasie von eben wäre eine Vision gewesen. Also tatsächlich eine Vorhersage von etwas, dass passieren wird. Und ich hätte es nicht geschnallt! Beziehungsweise es von vornherein als herkömmliche Fantasie abgetan. Dann wäre ich einfach weg gegangen und hätte womöglich den kurze Zeit später um die Ecke kommenden Traumman verpasst. Einfach verpasst! Die größte Chance meines Lebens – einfach verpasst! Das wäre noch viel bescheuerter gewesen!

Und, natürlich konnte ich nicht wissen, dass es sich nicht um eine Vision handelte. Denn erst, wenn man schon eine Vision hatte, kann man natürlich überhaupt erst wissen, was eine Vision ist. Also, nur dann weiß man wie sich eine Vision im Unterschied zu einem Traum oder einer Fantasie anfühlt. Logisch! Und weil das so ist, war es genau richtig, auf Nummer sicher zu gehen.

Genau. Jetzt weiß ich aber, dass es nur eine Fantasie war. Und, darüber kann ich froh sein. Denn hier ist nun wirklich nicht der richtige Ort und die richtige Zeit für so etwas. Ich meine, ich bin ja schließlich nicht hier, um mich in die Arme eines dahergelaufenen Traummanns zu schmeißen. Ich bin hier, um etwas Wichtiges für meine Arbeit zu regeln!

Auch … wenn man, finde ich, beides natürlich durchaus miteinander unter einen Hut bringen könnte. Aber, ich stöhnte, hier war ja nun wirklich null „Traumtyp treffen Potential“ weit und breit vorhanden. Ich meine, nicht mal das Wetter spielte mit. Ganz ehrlich! Es könnte doch zumindest ein Gewitter, oder meinetwegen einen vernünftiger Platzregen ohne Gewitter geben! Dann würde ich jedenfalls innerhalb kürzester Zeit (da reicht schon der kurze Weg vom Taxi bis zur Eingangstür) völlig durchnässt sein und mich am knisternden Kaminfeuer aufwärmen müssen. Also im Bed an Breakfast. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass jedes anständige Bed an Breaktfast einen Kamin hat. Und dieses ja wohl auch. Und wir wissen doch alle, dass knisterndes Kaminfeuer eine Menge romantisches Potential hat. Plus man sieht im Feuerschein doch wirklich immer fantastisch aus. Und dann noch eingehüllt in eine Decke, frierend, zart, wehrlos. Wenn dann noch jemand um die Ecke kommt, der …. Ok. Stopp. Es gewittert aber nicht....


Das war´s für diesmal.

Liebe Grüße und Namaste´ :-)

Eure Serena

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